Meditationsbilder und Poesie

Es sind die        Sterne


Es sind die Sterne

 

Es sind die Sterne,

die verweilend dem

Geschenk entgegen sehen,

die gegen den Strom

schwimmend,

vernehmend,

verwachsend,

vereinsamt und

berührend vor dem

Allmächtigen bestehen.

 

Es sind die Sterne,

sie wollen

den Gehängten retten,

der mit Heuchelei gedankt,

der missbraucht,

gedemütigt und ohne Angst,

nach Gerechtigkeit sinnt.

 

Es sind die Sterne,

die den Tod gesühnt,

den Rang gestürmt,

der aus der Tugend entstand,

die mit freiem Geleit

den Tanz wiederholt und

das wahre Wort im Licht gesehen.

 

Wiederkehr, die eine Last in sich trägt,

belächelt den Tag.

Im kühlem Schatten

sanft umarmt,

der das Fremde mag,

der die Freude wünscht.

Es sind die Sterne,

die vom Leben vermerkt:

scheu,

verträumt,

fast unsichtbar,

marmoriert und

dennoch mit weicher Stimme unterlegt,

dem Lächeln entkommen.

 

Hab die Sehnsucht beschrieben,

war dem Gesang nahe,

hab dich erdacht und

überfordert,

wo einst die Prägung lag,

als das Tal den Stern geboren.

 

Es sind die Sterne,

die gediegen,

die andeuten,

verschwommen,

ihre Grenzen doch beachten,

die namenlos gepostet,

unbekannt und

fast verschwiegen,

die verdrängt und eingebrannt,

die liebevoll den Rest entnommen,

die dem Teilen nahe,

von Wasser umsäumt, beschützt,

und voll träger Sorgen sind,

um den Schwefelmond endlich zu versorgen.

 

Demut


 

DEMUT

 

Demut beschreibt ein liebliches Wort,

welches die Schranken kennt,

im Gedenken auf weiter Flur.

Das gebrechlich den unklaren Sinn markiert

und den Traum zelebriert,

der es tatsächlich wagt,

der Nähe die Hand zu geben.

 

Demut bricht den Eid von jenem,

der nicht bereit ist zu lieben,

der den Verzicht umarmt

und der das Licht verbannt,

der das Verfolgte rammt,

und der die Wahrheit schont.

 

Erlaubt ist dem Gesagten

zu keiner Zeit,

dem Undank zu zollen,

den Bruch zu verhöhnen

und den Schmerz zu missgönnen.

 

Es bleibt die Nachsicht,

welche der Gefolgte lieblos frönt.

Bitterlich hart bestraft,

zu Dank verpflichtet,

gehärtet,

entwachsen,

unverhohlen zurückgeschreckt,

am Abgrund gesichtet,

im Spiegel tief gebeugt,

von Prüfungen ermahnt,

von heißer Wut entband.

 

Genug von Demut,

von dem, der im Antlitz sich schämt,

der seinen Schmerz spürt.

Wohl dem, der das Wissen stiehlt.

 

Genug von Philosophen,

die nicht sehen, was die Demut sagt.

Wohl dem, der den Verzicht sein Eigen nennt.

 

Leben


Dem Leben zu trachten

 

Der Wind bläst geübt die Mitte aus

und ist dem Strudel so nahe,

als müsste der Bruch heute kommen.

Er zupft und berührt

den Moment der Güte,

die dem Versuch sich stellt,

zu erlernen,

was nicht lebt.

zu sehen,

was im Schatten liegt,

zu verdrängen,

was den Schmerz nicht beschreibt.

 

Ungerecht sind die Fallen gezeichnet,

um der Vernunft zu zeigen,

dass das Leben ein Chaos ist,

ohne Los,

dem Vergänglichen vergeben,

dem Licht entronnen,

das einst verband,

was die Verzweiflung nicht mag.

 

Die Unschuld, die dem Thron sehr nahe steht,

die ohne Bedingungen aufsteht,

um seine Vielfalt kundzutun.

Wobei dies ein Teil nur wäre,

dem Angriff zu frönen,

um zu leben,

sich zu bräunen,

sich zu zieren,

sich fein zu schminken,

sich abzugrenzen,

dem Tod die Trauer zu belassen.

Kein Geben ist dem Trug entronnen,

nie ist ein Ja dem Herbst gewichen,

der seinen bösen Umhang aus den Augen verlor.

Nur das der Sommer die Sorgen liebt.

 

Leiden ist präsent geblieben.

Den Umhang eng verschnürt,

am Hals,

nah,

ganz nah.

Dort wo die Seele lebt,

in der Mitte,

im Kern,

ein Licht entweicht.

 

Wahrzunehmen,

Halt zu machen,

das Geben achtsam anzuregen,

womit die Stille den Frieden gab.

 

Entbehrt den Hass,

verzehrt den Weg,

entmachtet das Zeugnis,

im Verfall gesündigt,

angeschmiegt,

fort gerissen

um es zu belassen.

 

Ja, die Botschaft sichtet,

richtet,

auf Augenhöhe,

sie gibt Weite,

nimmt dem Träumer den Schatten,

dem Beschenkten die Armut,

dem Reichen die Angst.

Furcht erregend ist das Kommende.

Welches? Wozu? Warum?

Worin liegt der Sinn,

das Leben zu riskieren,

ohne jemals drauf zu achten,

dass die Wahrheit nach ihm trachtet?